Schulter
Anatomie

Voraussetzung für die große Beweglichkeit der Schulter ist, dass die gelenkige Verbindung weitestgehend aus Muskeln/Sehnen und Bändern besteht. Die knöchernen Strukturen sind hier stark im Hintergrund. Der Nachteil liegt in einer geringeren Stabilität und folglich einer starken Beanspruchung dieser Bänder und Muskeln, was wiederum zu einer höheren Verletzungsanfälligkeit führt.

Krankheitsbilder
Impingement
Unter einem Impingement versteht man eine relative Enge zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmkopf. Die Reizung des Schleimbeutels dazwischen führt zu Schmerzen. In den meisten Fällen ist dies ein rein funktionelles Problem und kann physiotherapeutisch und durch Infiltrationen erfolgreich behandelt werden. Nur wenn auch störende knöcherne Veränderungen vorliegen, ist eine Operation anzudenken.
Rotatoren-Manschettenriss
Die Sehnen des Schultergelenkes sind besonderen Belastungen ausgesetzt, weshalb es auch häufig zu einer Schädigung kommt. Da die Bewegung der Schulter aber ein Zusammenspiel vieler Muskeln ist, bestehen viele Möglichkeiten zur Kompensation, sodass nicht jeder Sehnenriss operativ refixiert werden muss. Daher ist sollte gerade hier die Indikation zur Operation sehr individuell gestellt werden.
Instabilität – Luxation
Bei jeder Verrenkung der Schulter kommt es immer zu Verletzungen der stabilisierenden Strukturen. Nach genauer MRT Abklärung sollte v.a. bei wiederholten Verrenkungen eine operative Stabilisierung vorgenommen werden. Das Vorhandensein einer Hyperlaxität (überdehnbare Bänder) muß ausgeschlossen werden, da dann eine Operation nur in Ausnahmefällen indiziert ist.
Schulterprothese
Der künstliche Gelenksersatz der Schulter führte im Vergleich zur Hüfte und Knie lange Zeit ein Schattendasein. Durch die konsequente Weiterentwicklung der Prothesenmodelle und der OP Technik ist es mittlerweile möglich zuverlässig gute Ergebnisse zu erreichen. Seit 2005 implantiere regelmäßig bis zu 50 Schulterprothesen Jahr und habe mir dadurch eine entsprechende Expertise erarbeitet.
Kalkschulter
Die Einlagerung von Kalk in eine Sehne kann zu akuten, massivsten Beschwerden führen. Dann sind eine lokale Infiltration, Infusion und Schmerztabletten indiziert. Sollte sich das Kalkdepot nicht von selbst auflösen, kann dies durch eine „Anstechen mit der Nadel“ im Rahmen der Infiltration oder einer Stoßwellentherapie unterstützt werden. Erst wenn diese Therapien scheitern, kommt eine arthroskopische Ausräumung des Kalkdepots zur Anwendung.
Schultereckgelenk
Das Schultereckgelenk ist die einzige knöcherne Verbindung zwischen dem Schultergürtel und dem Rumpf. Dementsprechend ist es großen Belastung ausgesetzt. Daher kann es zum einen zu einer schmerzhaften Abnützung bzw. beim Sturz direkt auf die Schulter zu einer Zerreißung der stabilisierenden Bänder mit Verschiebung des Schlüsselbeines kommen.